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Gemeinnütziger Journalismus

Gemeinnützigkeit und Journalismus – es klingt nach einer guten Mischung. Aber es ist gar nicht so leicht Journalismus und Gemeinnützigkeit zu verbinden. Bei einem Workshop im Rahmen der Gründertour auf dem Campfire Festvial haben Günter Bartsch und Thomas Schnedler von Netzwerk Recherche (nr) viele Tipps gegeben und Fragen dazu beantwortet, wie gemeinnütziger Journalismus gelingen kann.

Thomas Schnedler und Günter Bartsch beim Workshop „Gemeinnütziger Journalismus“ auf dem Campfire 2017

„Wir müssen über Geld sprechen!“, sagt nr-Geschäftsführer Günter Bartsch, „Das ist absolut zentral, sonst funktioniert es nicht.“ Obwohl gemeinnütziger Journalismus ein Non-Profit-Modell ist, bedeutet es nicht, dass Journalisten für lau recherchieren und publizieren. Gemeinnützig bedeutet vor allem, dass Journalistinnen und Journalisten kritisch recherchieren und berichten können – ohne Abhängigkeiten von Anzeigenkunden oder Verlegern. „Menschen, die hauptamtlich im Journalismus arbeiten, müssen bezahlt werden, auch wenn es ein Non-Profit-Projekt ist“, so Thomas Schnedler. Ziel sei es, dass Non-Profit-Journalismus nachhaltig ist und das bedeute, dass die Medien-Gründer auch davon leben können. Die Gemeinnützigkeit hat für journalistische Projekte einige finanzielle Vorteile: Sie werden bei Steuern begünstigt oder befreit und dürfen Spenden-Quittungen ausstellen.. Zudem können viele Stiftungen nur als gemeinnützig anerkannte Projekte mit Geld unterstützen. Das heißt, gemeinnütziger Journalismus hat gute Möglichkeiten, sich durch Spenden aus der Community oder durch Förderung von Stiftungen zu finanzieren.

 

Journalismus als Gemeinnützigkeit
Um diese Vorteile nutzen zu können, müssen Medien-Gründer einen Weg finden, als gemeinnützig anerkannt zu werden. Denn Journalismus ist bisher nicht als gemeinnütziger Zweck in der Abgabenordnung definiert, nach der sich Steuer- und Stiftungswesen richten müssen. „Deshalb müssen Gründer im Non-Profit-Journalismus einen Umweg gehen und einen gemeinnützigen Zweck finden, der auch in der Abgabenordnung steht“, empfiehlt Günter Bartsch. Die Liste der gemeinnützigen Zwecke ist umfangreich und vielfältig: Jugendhilfe, Denkmalpflege, Sport, Kriminalprävention, Heimatkunde – insgesamt 25 Punkte nennt die Abgabenordnung. Einige lassen sich auch auf journalistische Projekte anwenden – zum Beispiel Bildung, Naturschutz, Verbraucherschutz, Völkerverständigung oder Kunst und Kultur. Diese Zwecke können auch durch journalistische Projekte erfüllt werden – und somit die Gemeinnützigkeit ermöglichen. Zudem müssen sich journalistische Projekte für eine passende Rechtsform entscheiden – zum Beispiel einen Verein, eine UG oder eine uGmbH gründen. Mit diesen Voraussetzungen kann gemeinnütziger Journalismus funktionieren.

Stichwort Startbudget
Nur wenige Medien-Gründer können mit einem großen Budget starten, wie es Krautreporter mit 900.000 Euro oder Republik mit fast 3,5 Millionen Franken durch Crowdfunding gelungen ist. Der realistische Weg ist, mit geringen Summen zu starten, wie dem Grow-Stipendium über 2.000 Euro von Netzwerk Recherche, meint nr-Geschäftsführer Günter Bartsch. Sobald eine erste Förderung geklappt hat, entstehen leichter Kontakte zu Unterstützern wie Stiftungen und Mäzenen, die mehr Geld geben.

 

Linkliste Non-Profit-Journalimus

 

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