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The Bristol Cable – eine Community mit Stimme

Ursprünglich wollte er eine Bäckerei gründen, wie es dazu kam, dass Adam Cantwell-Corn mit The Bristol Cable stattdessen ein Startup im Lokaljournalismus mitgründete, berichtete er während des Vor Ort NRW-Praxistages zum Thema Gründen im Lokaljournalismus. The Bristol Cable ist genossenschaftlich finanziert und organsiert. Das bedeutet, jedes Mitglied, das mindestens einen Pfund pro Monat zahlt, hat bei den monatlichen Treffen der Mitglieder auch eine Stimme, um zu entscheiden, wie sich The Bristol Cable weiterentwickelt.

The Bristol Cable Cover Ausgabe 12

Aktuell sind 1.850 Menschen Mitglied bei The Bristol Cable und bezahlen durchschnittlich 2,50 Pfund pro Monat. „Nicht so viel Geld“ wie Cantwell-Corn das spezielle Geschäftsmodell kommentiert, aber dem Gründer sei es wichtig, dass Menschen für Journalismus zahlen und Medien vertrauen, indem sie bei The Bristol Cable eine Stimme haben und zudem journalistische Trainings besuchen können, um aktiv mitarbeiten zu können, wenn sie möchten. Über das Modell schrieb vor kurzem auch das Nieman Lab.

Adam Cantwell-Corn im Vortrag über The Bristol Cable
Adam Cantwell-Corn, Mitgründer The Bristol Cable, beim Vortrag auf dem Praxistag „Nur Mut – Gründen im Lokaljournalismus“

Vertrauen in Medien wieder aufbauen

Fast 200 Zeitungen sind seit 2005 in Großbritannien verschwunden – und das Image der Medien ist nicht gut: „In Großbritannien wird Journalisten weniger vertraut als Bankern.“, so Adam Cantwell-Corn. Deshalb ist The Bristol Cable für alle zugänglich, auch um das Vertrauen in Journalismus wieder aufzubauen. Und daran etwas zu ändern fand Cantwell-Corn drängender, als eine neue Bäckerei zu eröffnen. Dabei ist sich der Gründer klar darüber, dass das genossenschaftliche Prinzip „ein Teilhabender, eine Stimme“ einige Entscheidungen auch verlangsamen kann. Eine weitere Herausforderung: Wie lässt sich die demokratische Teilhabe digitalisieren?

Beispielsweise haben die Mitglieder entschieden, dass sich The Bristol Cable nicht um Förderung aus dem Google Fund beworben hat und wie viele Anzeigen-Seiten im gedruckten Heft erscheinen. Pro Quartal werden immerhin 30.000 Exemplare kostenlos in Bristol verteilt.

Finanzierung von The Bristol Cable

Alle Einnahmen von The Bristol Cable werden online veröffentlicht. Mit dem Geld könnten immerhin zehn Mitarbeiter beschäftigt werden, die in Voll- oder Teilzeit tätig sind, um wieder kritischen Lokaljournalismus mit Gemeinschaftssinn nach Bristol zu bringen. Noch reicht die genossenschaftliche Beteiligung nicht, sodass zusätzliches Geld durch Crowdfunding und Stiftungen eingesammelt werden muss. Das Ziel ist es in drei Jahren unabhängig finanziert zu sein.

Interview mit Adam Cantwell-Corn

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