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Reinvent Local Media: hyyp entwickelt eine Plattform für Lokaljournalismus

Das Team hinter hyyp (ehemals Open Local) möchte dem Lokaljournalismus wieder auf die Beine helfen. Kennengelernt hat sich die Gruppe bei unserem Hackathon im Juli. Im Interview erzählt die fünfköpfige Truppe was sie mit hyyp erreichen wollen und wie das Arbeiten in einer so großen und frisch zusammengewürfelten Gruppe funktioniert.

(Von links: Michael Mennicken, Kathrin Grannemann, Thorsten Klein, Susanne Braun, Daniela Rogge / Foto: Christian Herrmann)

 

„hyyp – ein KI-gesteuertes Portal für hyperlokale News auf einen Blick, geo- und interessensbasiert.“

 

Was ist hyyp für eine Plattform?

hyyp ist eine Plattform für Lokaljournalismus. Wir wollen den Lokaljournalismus nach vorne bringen und stellen uns dafür eine Art Netflix für Lokaljournalismus vor. Wir haben dabei zwei verschiedene Versprechen: Auf der einen Seite versprechen wir, dass Autorinnen und Autoren für guten Journalismus gut bezahlt werden. Auf der anderen Seite versprechen wir den Leserinnen und Lesern, dass sie Nachrichten aus drei verschiedenen Orten bekommen können: dem Wohn-, Lieblings- und Arbeitsort. Und dass sie sich dann auch noch jeweilige Rubriken zusammenstellen können. Diese beiden großen Versprechen sind auch das, was uns von dem abhebt, was es bereits jetzt auf dem Markt gibt.

Kaum ein Medien-Thema wird aktuell mehr diskutiert als das Aussterben der Lokalredaktionen. Wie kann hyyp da helfen? 

Ich denke wir können helfen, weil wir ein anderes Finanzierungsmodell anbieten wollen. Das Problem im Augenblick ist ja, dass wir immer noch eine Finanzierung haben, die aus den 70er, 80er Jahren stammt. Zu der Zeit funktionieren die Zeitungen noch. Sie hatten noch Anzeigenseiten ohne Ende und damit konnten sie eben auch Journalismus in der Breite darstellen. Das ist leider nicht mehr der Fall, weil das ganze Anzeigengeschäft zusammengebrochen ist. Deshalb muss man sich nach neuen Finanzierungsmöglichkeiten umschauen. Wir planen ein Abo Modell, das die Menschen im Grunde schon von Netflix und anderen Plattformen kennen; wir wollen das auf den Lokaljournalismus übertragen.

Ihr habt erst vor kurzem bei unserem Hackathon als Team zueinander gefunden und ihr seid zu fünft. Was macht euch als Gruppe aus und was verbindet euch? 

Wir haben uns tatsächlich erst vor zwei Monaten kennengelernt, aber wir denken, was uns ausmacht verdeutlicht unser kleiner Slogan „Ergebnisstark durch Vielfalt“ ganz gut. Wir sind fünf Leute, die aus ganz verschiedenen Bereichen kommen. Thorsten ist unser Programmierer,  Daniela ist unsere Designerin und wir haben zwei Journalistinnen und einen Journalist, die auch aus völlig unterschiedlichen Bereichen kommen. Wir sehen es als eine Stärke unserer Gruppe, dass wir so völlig unterschiedlich aufgestellt sind. Das merken wir in der Zusammenarbeit auch oft, dass bei Diskussionen irgendeiner aufzeigt und sagt „da habe ich eine Lösung dafür“ und das ist für unsere Gruppe großartig.

Was möchtet Ihr unbedingt aus dem Fellowship mitnehmen?

Aus dem Fellowship würden wir gerne einen Plan mitnehmen, wie es weitergeht. Das ist natürlich eine Herausforderung bei so einer frisch zusammengewürfelten Truppe, dass wir uns erstmal ein bisschen zusammenzetteln müssen – und das klappt schon richtig gut seit der Onboarding-Woche. Aber dass wir jetzt wirklich wissen, was Morgen und Übermorgen passiert und dass wir mit einem Plan hier raus gehen, wäre für uns ideal. Jetzt geht es zunächst darum, unsere Grundidee inhaltlich zu füllen und das Produkt in dem halben Jahr des Fellowships so weit wie möglich weiterzuentwickeln. Unsere Traumvorstellung wäre, dass es in einem halben Jahr ein fertiges Produkt gibt, von dem wir genau wissen, wo noch Tücken sind und auch wo unsere großen Vorteile sind, die uns von der Konkurrenz abheben. Also zu sehen, ob sich unsere Ideen tatsächlich realisieren lassen.

Das war schon ein Blick in die nahe Zukunft – wie sieht hyyp in drei Jahren aus?

In drei Jahren funktioniert hyyp und ist eine Alternative zum aktuell bestehenden Lokaljournalismus geworden. Eine Alternative, die sich auch immer weiter von NRW auf das Bundesgebiet ausbreitet und dazu beiträgt, dass Menschen wieder mehr aus ihrer Nachbarschaft mitbekommen und vielleicht die Gesellschaft im allerbesten Falle an manchen Stellen wieder ein bisschen mehr zusammenrückt, weil sie mehr voneinander wissen.

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