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Podcaster Dirk Roos: Wer eine Community aufbauen will, muss authentisch sein

Wie baut man eine Podcast-Community auf? Brettspiele-Nerd Dirk Roos erklärte im Interview beim Audiocamp, wie er eine starke und gesellige Community mit seinem Podcast „Ablagestapel“ aufgebaut hat und diese mit Twitter, Twitch und Discord pflegt und hegt.

Portrait von Dirk Roos.
Dirk Roos spricht über seinen Podcast „Ablagestapel“ und seine Community (Foto: privat).

Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Episode unseres Podcast zum Audiocamp und dazu hab ich mir Dirk Roos eingeladen. Hallo, grüße dich!

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JOURNALISMUS LAB · S01E03 – Gekommen um zu bleiben – Wie aus Hörern eine Community wird mit Dirk Roos vom Ablagestapel

Hallo! Schön, dass ich hier sein darf.

Dirk Roos oder Dirk Ross?

Roos. Zwei “Os” und ein “S”. Wie das Moos nur mit dem „R“ vorne.

Perfekt. Du machst den Podcast „Ablagestapel“. Um was geht es da? Und wie lange machst du das schon?

Der Ablagestapel befasst sich mit dem Thema Brettspiele im Allgemeinen. Ich bin leidenschaftlicher Brettspiele-Spieler, seitdem ich denken kann quasi. Ich habe eine relativ große Sammlung zu Hause und hab mir irgendwann gedacht: Warum nicht meine Leidenschaft nach draußen tragen und den Leuten erzählen, was ich an einzelnen Spielern so toll finde? Damit habe ich angefangen im September 2017 und bringe seitdem jede Woche immer montags eine neue Folge raus. Mittlerweile bin ich jetzt insgesamt bei 133 Episoden.

Montag? Ein super untypischer Tag für ein Podcast, oder?

Ich hörte davon. Ich habe gestern gelernt, dass donnerstags wohl der Hauptveröffentlichungstag ist und am Freitag die meisten Episoden gehört werden. Aber für mich hat das damals einfach am besten in meine Wochenplanung gepasst: Der Montag hatte sich angeboten, und dann bin ich auch dabeigeblieben. Und jetzt wissen die Leute: Okay, Montag ist Ablagegestapel-Zeit.

Ich meine, wenn es dir hilft, das durchzuziehen, ist es sinnvoller.

Ich bin auch immer ein Freund davon, sich ein bisschen abzuheben vom Mainstream. Deswegen passt das ganz gut, dass montags jetzt nicht so der obligatorische Tag ist eigentlich.

Was machst du, wenn du keine Podcasts machst? Damit man ein bisschen versteht, was für einen Background du hast.

Im normalen Leben bin ich Pädagoge. Ich habe vorher an einer Realschule für sieben Jahre gearbeitet, in der Übermittagsbetreuung. Also, wenn die Kinder den Unterricht beendet haben, ging es danach noch weiter mit Hausaufgaben und Mittagessen und so ein bisschen Spaß und Spiel. Um es jetzt mal ganz krass runter zu drücken, es ist natürlich ein bisschen mehr. Danach habe ich sieben Jahre an der Grundschule gearbeitet, habe quasi das Gleiche gemacht und war da bei der Koordination des offenen Ganztags. Jetzt habe ich mir quasi gerade ein paar Sabbatmonate genommen, weil meine Tochter im März geboren wurde und da habe ich mir gesagt, da möchte ich auch ein bisschen zu Hause sein, um sie quasi auf den ersten Schritten zu begleiten in diesem Leben. Im August geht es dann weiter wieder an einer neuen Schule.

Herzlichen Glückwunsch – ein super schöner Moment. Darüber hast du vielleicht sogar auch gepodcastet, oder?

Genau, in meinem Podcast erzähle ich nicht nur ausschließlich Sachen über Brettspiele. Das ist zwar so die Leidenschaft, mit der ich das Ganze gestartet habe, aber es gibt auch immer eine feste Rubrik in dem Podcast, die ganz toll betitelt ist mit „Und sonst so“. Und da erzähle ich quasi, was in meiner Woche sonst noch so passiert ist.

Und da war natürlich auch die Geburt meiner Tochter ein großes Thema bzw. habe ich weil sie an einem Montag geboren wurde, konnte ich da dann natürlich keine neue Podcast Folge rausbringen und hab nur ganz kurz einen Beitrag geteilt, wo dann gesagt wurde: „Leute, heute gibt’s keine neue Folge. Der Grund ist 51 Zentimeter groß, wiegt sogar drei Kilo und wird direkt immer Startspieler sein, wenn der jüngste Spieler anfangen darf.“

Dann waren die Leute informiert. Und genau da erzähle ich immer mal wieder, auf was für einem Stand sie gerade ist, was das mit mir alles macht, aber auch generell, was in meinem Leben gerade so abgeht. Ich habe auch von dem Audiocamp erzählt, dass ich jetzt hier teilnehme. Da wurde dann auch gefragt bzw. ich soll berichten wurde mir gesagt.

Cool. Wann ist diese Community entstanden? Wie ist die entstanden?

Als ich mit dem Podcast angefangen habe, habe ich das in erster Linie für mich alleine gemacht. Und die einzelnen Hörer, die es so gab, waren aus meinem direkten Umfeld, also auch Freunde und Familie, die mir dann auch Feedback dazu gegeben haben. Aber es gibt ja auch viele Freunde und Familie, die einem sagen, dass man gut singen kann. Und dann steht man plötzlich in einer Castingshow, und man merkt, es ist doch gar nicht so gut.

Und Dieter Bohlen schreit einen an.

Ganz genau. Und dann war ich ganz happy als es dann gegen Ende 2017, also ich habe ja im September angefangen, und dann im Dezember – oder Januar 2018 vielleicht auch – da ist dann ein anderer großer Brettspiele-Podcaster, die brettagoge, die sind dann irgendwie darauf aufmerksam geworden oder haben mich in irgendeinem Podcatcher gefunden und so und haben dann gesagt: „Hier guck mal, das ist ein neuer Brettspiele-Podcast, der Ablagestapel, hört doch mal rein.“ Daraufhin habe ich dann auf einmal viel mehr Hörer gehabt, die dann zugehört haben – das hat mich sehr beeindruckt.

Und da das Ganze über Twitter kam, bin ich dann auf Twitter auch wieder aktiver geworden, das habe ich vorher ein bisschen eingestellt für mich. Und da bin ich so in Austausch gekommen mit den einzelnen Hörern, hat so ein direktes Feedback zu den Episoden: Man wird auf gute Sachen angesprochen, noch viel mehr wird man auf Fehler hingewiesen, die man da gemacht hat, aber alles immer noch in einem sehr konstruktiven Rahmen. Dafür liebe ich die Twitter-Community. Die ist sehr wohlwollend unterwegs und jetzt gar nicht nur auf Fehlersuche aus.

Und darüber ist das Ganze einfach gewachsen. Darüber hab ich dann mehr und mehr Leute irgendwie akquirieren können, sag ich mal. Ich bin halt auch jemand, der das dann auch gerne wieder aufgreift. Also wenn ich Sachen auf Twitter lese, dann binde ich die dann auch in den Podcast wieder mit ein. Dann haben die Leute auch das Gefühl: Ach, guck mal, der sagt das nicht nur einfach so, sondern der will wirklich, dass wir daran teilhaben an der ganzen Geschichte.

Und woran hast du gemerkt, dass da plötzlich eine Community war? Community ist ja so ein Wort. Eine Menge Leute, die sich untereinander austauscht, die man irgendwie als eine Masse, die zusammengehört, definieren könnte. Und wann hast du gesagt, „okay, das ist eine Community, die ich habe“?

Ich weißt gar nicht, ob ich irgendwann ganz klar gesagt habe, das ist jetzt die Community. Sondern irgendwann hat sich dieses Gefühl einfach eingestellt, so: Oh, das ist eine schöne Gemeinschaft, in der wir sind. Das sind so Kleinigkeiten, an denen man das vielleicht festmachen kann. Wenn ich im Podcast was erzähle, was mir passiert ist und das dann auf einmal auf Twitter zu einer Art Insider wird zwischen den Leuten, die das dann quasi als Metapher für irgendwas benutzen – „ja, das ist doch so, wie Dirk das und das gemacht hat“ – da denkt man sich schon so, ach schau mal, die nehmen das nicht nur einfach auf, sondern die verarbeiten das Ganze auch und machen damit dann irgendwas und sind nicht wirklich einfach nur Konsumenten, die sich da hinsetzen, auf Play drücken und wenn die Folge vorbei ist, dann haben sie mit der Sache auch abgeschlossen. Sondern denen liegt es auch irgendwie dran, die Inhalte nochmal aufzuarbeiten oder irgendwie weiterzutragen oder auch an mich nochmal zurück zu tragen und mir dann was dazu zu sagen.

Weil als Podcaster hat man ja nochmal das schwere Los, dass ich Content zwar raushaue, aber kein direktes Feedback dazu bekomme. Natürlich gibt es bestimmt auch Menschen, die sich dann sofort da hinsetzen, sobald gesagt wird, jetzt gibt’s eine neue Folge, die hören sich das dann an und dann gibt’s ein bisschen Feedback. Es gibt aber auch Leute, die brauchen ein, zwei Wochen, bis sie eine Folge nachgehört haben. Und dann hört man erst versetzt irgendwie was dazu.

Es ist also nicht wie auf einer Bühne, wo du sozusagen während du den Content präsentierst unmittelbar Feedback bekommst und das sogar Auswirkungen auf den Content haben könnte, sondern du spulst da einfach dein Ding ab und das Feedback musst du erst später verarbeiten, und dann gehts erst in die nächste Folge rein sozusagen.

Genau, das ist natürlich ein bisschen die Schwierigkeit bei einem Podcast, weil man eben nicht so direkt auf Feedback reagieren kann. Ich mache nebenbei noch – das erwähne ich hier nochmal kurz – bei Twitch noch ein paar Sachen und da können die Leute direkt was in den Chat hauen. Und darauf kann ich schon direkt reagieren. Bei dem Podcast mache ich meine Sachen und erfahre erst später, ob es jetzt gut angekommen ist oder nicht. Und dann ist das Kind ja aber auch schon im Brunnen gefallen. Das heißt ich kann es nur noch in Zukunft besser machen. Und das hab ich aber, versuche ich so gut es geht halt mit einzubinden. Das heißt, wenn ich mitbekomme, die Leute sagen, was du da erzählt, das war irgendwie Schwachsinn, dann greife ich das auch nochmal auf in der kommenden Folge und sage: Ah guckt mal, ich habe das und das Feedback bekommen, es wurde das und das erwähnt. Dann kann ich mich entweder nochmal erklären oder etwas klarstellen. Oder ich sage, ja ihr habt vollkommen recht, ich muss es irgendwie anders machen.

Und jetzt hast du so eine Community und sichtlich genießt du das auch und pflegt die auch vielleicht. Wie machst du das? Wie pflegst du deine Community? Hast du da schon herausgefunden, worauf die reagieren?

Also, es gibt kein Patentrezept dafür. Also ich kann jetzt nicht sagen – vor allem sind das ja auch immer nur Sachen, ist das alles, was für mich wichtig ist und was bei mir funktioniert – dass das jetzt jemand anderes das genauso übernehmen kann und es wird auch funktionieren.  Ich habe für mich festgestellt, da ich in meinem Podcast halt auch viel Persönliches erzähle, kommen die Leute näher an mich heran und haben, glaub ich, auch wirklich dieses Gefühl – was jetzt auch schon ein paar Mal im Audiocamp erwähnt wurde – dieses ein Freund im Ohr. Die haben mich noch nie persönlich gesehen eigentlich, aber haben das Gefühl, sie wissen einfach sehr Bescheid über mich. Wenn ich auf einer Messe unterwegs bin und Leute, dann sagen: „Du, wo ist denn deine Frau gerade? Die haben wir noch nie gesehen, aber wir haben das Gefühl, wir wissen schon so viel über die, weil du halt immer mal wieder was erzählst.“

Ich glaube, das ist von mir das Wichtige, das ich gelernt habe, mich nicht zu verschließen im Podcast. Es gibt ja, glaube ich, auch viele, die machen das bewusst. Die sagen, sie wollen gar nichts Persönliches erzählen. Die wollen das auf einer professionellen Ebene halten. Ich bin da anders: Ich bin halt einfach ein sehr offener Mensch, ein sehr kommunikativer Mensch, und das habe ich im Podcast dann halt auch einfach so für mich festgelegt, dass ich mich dann nicht verstellen möchte. Das heißt – das ist für mich der erste Schritt in Richtung Community – dass ich authentisch bin, dass die Leute merken, das ist jemand, der will uns nicht irgendwas vormachen, sondern der ist so, wie er da spricht. Und dann kommt natürlich auch das Feedback: Wenn die Leute dann auf Twitter oder ich hab jetzt seit ein paar Tagen hat aus discord channel, wo die Leute noch direkter quasi Feedback geben können.

Discord ist im Grunde genau wie wie Slack nur für Gamer?

Im Prinzip ja, genau. Da hat man halt so direkte Chat-Kanäle einfach. Das heißt, man kann da Unterteilungen machen, und die Leute können dann direkt sagen, „hier, ich wünsche mir für die nächste Folge dies und jenes auf der Top-Ten-Liste“. Ich kann dann auch direkt drauf antworten, denn manchmal ist es auch so wenn die E-Mails schreiben, dann beantworte ich das manchmal auch im Podcast. Dann wörtlich und nicht nochmal als Email, damit die Leute auch sehen,  okay, ich haue da nicht irgendeine E-Mail kurz runter, sondern ich nehme mir die Zeit und baue das mit in den Podcast ein. Dadurch fühlen sich die Leute halt gehört.

Genauso hab ich auch schon ein paar Folgen gehabt, wo ich die Leute dazu aufgefordert habe: Schickt mir Audio-Beiträge und ich spiele die dann ab. Einfach euer Kommentar, was auch immer ihr sagen wollt und sei es nur ein Spielertyp. Oder ihr wollt mir sagen, wie blöd ich bin oder ihr wollt irgendwas anderes loswerden.

Oder Ein Brettspiel-Witz.

Da gibt gar nicht so viele, es sollte mehr geben. Und das spiele ich dann auch mit ab. Und so bindet man die Leute dann ja aktiv irgendwie mit ein.

Das heißt, du versuchst auch, die Leute abzuholen. Also zum einen reagierst du auf sie, wenn sie dich irgendwie ansprechen, auf Social Media zum Beispiel. Bei dir funktioniert Twitter ganz gut. Facebook hast du vorhin schon erzählt, funktioniert bei dir gar nicht – scheiße. Twitter funktioniert gut. Discord hast du eingeführt und versucht eben da die Leute abzuholen. Und natürlich auch – und das ist eigentlich ganz spannend – eigentlich hören sie ja dir zu in einem Podcast, aber genauso hörst du ihnen auch zu und baut es dann Podcasts ein. Das ist vielleicht auch ein guter Tipp, um eine Community aufzubauen. Leute auch sozusagen im Podcast zu Wort kommen zu lassen, scheint zumindest bei dir ganz gut zu funktionieren. Wenn man das zu professionell macht, kannst du dir vorstellen, dass dann so etwas wie eine Community – also, ich habe schon fast gewerteten, zu professionell –  so etwas wie eine Community entstehen kann?

Ich glaube, das ist sehr schwierig. Wenn du einen Podcast aufzieht, ich glaube, man muss einen Podcast als Podcaster aufziehen möchten: Man muss die Leidenschaft dazu haben und sagen, ich möchte etwas erzählen, ich habe was zu erzählen. Es gibt heutzutage sehr, sehr viele Podcasts, die entstanden sind, weil Podcasts gerade in sind und weil sich irgendwelche Unternehmen gedacht haben, auf den Zug springen wir mit auf. Dabei kommt dann raus das irgendein Content produzieren wird. Und ich würde behaupten, mit so einem Podcast kriegt man keine Community zusammen, weil das eben nicht aus der Überzeugung heraus entsteht, dass ein Podcast das richtige Medium ist, um die eigene Geschichte zu erzählen, sondern das wird gemacht, weil es gerade in ist. Genauso kann ich jetzt sagen: Wahrscheinlich würden jetzt Leute oder irgendwelche Firmen würden bei TikTok irgendwas machen, weil das jetzt gerade in Corona-Zeiten wieder so groß war. Das würde ich nicht unterschreiben. Das ist nicht der richtige Weg. Man muss für sich halt das Richtige finden.

Was ist denn für dich so das Tolle an der Community? Warum bist du so begeistert davon? Und du hast hier immerhin eine Session eingereicht, hier beim Audiocamp der LfM. Was überzeugt dich eine Community haben zu wollen und würdest das auch jedem empfehlen?

Für mich persönlich ist der Austausch, glaube ich, das Wichtigste bei diesem ganzen Medium Podcast. Ich habe ja schon mal gesagt eben, dass ich jeden Montag sitze ich vor meinem Laptop und dem Bildschirm und erzähle was ich so gemacht habe. Und ja, ich rede ganz gerne und bin kommunikativ, deswegen ist das auch in Ordnung, ich würde es wahrscheinlich auch trotzdem machen. Aber zu wissen, dass ich damit Menschen irgendeine Freude mache. Ich habe gerade gestern noch im Twitch quasi noch geschrieben: Hier, ich schicke dir ein Paket, weil du mir in den letzten Jahren über die Trennung meiner Freundin hinweggeholfen hast. Und dann weiß man einfach, okay, es ist nicht irgendwas Belangloses, was ich raus haue, sondern das sind wirklich Menschen, die sich zum einen dafür interessieren, was ich zu erzählen habe, und die da positiv drauf reagieren auf das Ganze. Das ist einfach ein sehr schönes Gefühl. Wenn ich jetzt nur Hate-Nachrichten bekommen würde oder die Leute mir sagen würden, das ist ätzend, das ist keine Ahnung, also gar keine Resonanz, dann würde ich mich irgendwann fragen, warum mache ich das eigentlich. Dann kann ich mich alleine ohne den Laptop hinsetzen und mir was erzählen, quasi mir etwas vorsagen. Aber die Tatsache, dass es da Feedback gibt, dass Leute Insider verstehen mittlerweile und sich für Sachen freuen, die ich erzähle, das ist einfach sehr schön.

Ich habe das schon vorhin schon einmal in der Session erwähnt, dass ich halt auch erzählt habe, dass meine Tochter auf die Welt gekommen ist oder dass wir anfangs ein bisschen Probleme damit hatten, dass es halt nicht von heute auf morgen geklappt hat. Das Feedback, das ich dazu bekommen habe, das war so rührend stellenweise, wie sich Leute da geöffnet haben und gesagt haben, wir wissen oder ich weiß, wie blöd das gerade ist, aber macht dir nichts draus, wir haben das Gleiche durchgemacht. Das baut mich ja selber auch nochmal auf. Es gibt mir selber einfach menschlich auch noch mal was, und andere fühlen sich dadurch auch einfach zugehörig. Dieses gemeinschaftliche Gefühl ist einfach etwas, was ich sehr gerne auch im echten Leben lebe. Also ich bin einfach ein kooperativer Mensch.

Ein geselliger Mensch.

Ein geselliger Mensch, genau. Deswegen auch die Gesellschaftsspiele. Ich könnte das glaub ich nicht, ich könnte nie wie ein Eremit in der Einsamkeit leben. Ich brauche Menschen um mich herum. Und gerade in den letzten Wochen durch Corona, wo ja alle ein bisschen dazu gezwungen wurden, quasi zu Hause zu bleiben, ist das, glaube ich, nochmal bewusster geworden bei vielen, dass man durch so einen Podcast wie ich ihn mache und wie viele andere es machen – ich bin bei weitem nicht der Einzige, der so etwas macht – das man dadurch das Gefühl hat, da ist jemand, dem bin ich irgendwie nah, dem kann ich jetzt mal für ein, zwei Stunden zuhören, wenn er da erzählt. Und dann kann ich mich mit dem austauschen darüber. Im Prinzip ist das so, als würde ich jemanden anrufen und erst mal zwei Stunden von mir erzählen. Und dann darf die Person was dazu sagen.

Ja, sehr cool. Wichtige Fragen natürlich. Was waren im Paket drin?

Das kommt erst morgen an oder übermorgen. Es wurde mir gestern gesagt, das soll am Montag ankommen. Es wurde nur gesagt, als Teaser wurde gesagt, das ist etwas, wo die Person denkt, dass ich damit viel Spaß haben werde. Und als Dankeschön für die letzte Zeit, weil ich über die Trennung hinweggeholfen habe.

Ich habe auch gehört, die Post lässt sich gerade mit den Paketen ein bisschen Zeit. Vielleicht kommt es auch ein bisschen später. In welcher Folge wäre das? Wo könnte man das den nachhören? Welche Folge wäre dass denn?

Ich sag mal so, wenn es wirklich am Montagmittag irgendwie zu normalen Zeiten ankommt und ich Glück habe, dann würde es jetzt schon direkt am Montag erwähnt werden, weil ich es dann vorher noch auspacken würde. Das wäre dann Folge 134, müsste das dann sein. Die hat keinen Titel, aber die kommt dann raus. Ansonsten dann in der Woche danach in Folge 135.

Perfekt. Da würde ich sagen, da sollen unsere Hörer in diesen Podcast vielleicht mal reinhören. Und wenn er schon draußen ist, wenn diese Folge raus ist, verlinken wir die vielleicht auch. Dann kann man nämlich gucken, was war in dem Paket. Supercool. Du hast gerade eben nochmal discord erwähnt. Du twitchst bzw. streamst auch noch. Twitch ist praktisch ist wie YouTube nur live und für Gamer – für die, die das noch nicht kennen. Was ich mich da gefragt hatte: Meinst du nicht, dass sich das eventuell kannibalisiert? Also deine podcasterei mit der streamerei bei Twitter zu discord?

Meinst du, dass das eine das andere dann irgendwann ersetzt oder eins dann redundant wird von den anderen Sachen?

Oder natürlich das ein Kanal weniger benutzt wird oder du sagst jetzt zum Beispiel Twitter funktioniert sehr geil, aber vielleicht wechseln alle zu discord. Oder die merken, okay, wir wollen nicht mehr, dass du so viel quatscht, sondern wir wollen lieber, dass du mehr Games spielst und dann machst du nur noch Games.

Ich glaube nicht, dass eines dem anderen den Rang abläuft irgendwie. Ich versuche schon bewusst auch noch Sachen auf Twitter zu behalten. Es gibt so ein paar Spielrunden, so ein Community-Spiele quasi die Werwölfe von Twitter. Das biete ich auf Twitter an, das ist komplett auf Twitter öffentlich für alle lesbar. Das wird auch auf Twitter bleiben, auch wenn ich jetzt ein discord channel habe. Ich finde, auf discord ist es nochmal ein etwas geschützter Rahmen als Twitter. Weil bei Twitter ist man ja schon, wenn man es jetzt öffentlich irgendwie macht – ich poste meine Sachen in der Regel einfach öffentlich und dann können Leute das kommentieren. Jetzt kann man mir ja auch eine direkte Nachricht schreiben, aber ich glaube auf discord haben Leute, die vielleicht auf Twitter nicht schreiben würden, eher die Courage, um miteinander zu antworten oder ein bisschen Feedback abzulassen.

So ein bisschen eigentlich nochmal inklusiver und fügt eigentlich eher nochmal eine Möglichkeit hinzu, als sie wegzunehmen oder zu kannibalisieren.

Ich sehe nicht, dass das irgendwie was was wegnimmt oder so, dass sie sich da im Weg stehen. Genauso wie bei Podcast und Twitch: Im Podcast halte ich micht wirklich schon seit Jahren an diese feste Struktur. Ich rede erst mal über die Spiele, die ich gespielt habe. Dann gibt es ein Top-Ten-Liste, und dann rede ich so ein bisschen über mein Leben. Und auf Twitch rede ich ja meistens dann auch über das Spiel, was ich dann gerade irgendwie spiele oder komm darüber dann vom Hölzchen aufs Stöckchen und erzähle ein bisschen was. Natürlich gibt es da mal Überschneidungen, aber es ist schon so, dass ich jetzt die Brettspielesachen, wenn ich nicht gerade ein Brettspiel im Streaming spiele, was auch schon mal vorkommt, dass ich jetzt die doppelt erzähle und sich die Leute denken, okay, wenn ich jetzt schon bei Twitch zugeguckt habe, dann muss ich den Podcast jetzt nicht mehr hören. Also es ist schon noch getrennt voneinander.

Sehr gut. Mir gegenüber sitzt Dirk Roos – also gegenüber in Zoom, wir machen es gerade hier über Zoom – hat ein blaues T-Shirt an mit Hero Turtles Adaption, würde ich mal sagen. Im Hintergrund ein Poster mit – ja, jetzt ist gerade mein Bildschirm ausgegangen. Krass.

Mit Superhelden.

Mit Superhelden. Ein Poster mit Superhelden. Er könnte auch einen Superhelden und Comic Podcast machen. Dirk, vielen Dank zum Thema „Gekommen um zu bleiben – wie aus Hörern eine Community wird“. Kurze Zusammenfassung für dich noch: Wie fandest du denn dieses Audiocamp? Du warst ja jetzt auch zwei Tage lang dabei, glaube ich.

Genau, ich war gestern da und heute werde ich auch noch bis zum Schluss da bleiben und mit ein paar Sachen anhören. Sehr cool! Also es ist das erste Mal, dass ich an sowas teilgenommen habe, und hab mich dann natürlich direkt ein bisschen ins kalte Wasser werfen lassen mit einer Session, die ich dann quasi anbiete. Zum Glück war das Ganze ja so eine offene Diskussion und jetzt kein Vortrag, den ich gehalten habe. Ich habe gestern sehr interessante Sachen auf jeden Fall mitgenommen. Selbst bei Vorträgen, wo ich nicht einer Meinung mit dem Präsentator war, zieht man ja trotzdem irgendwas für sich raus, viele Sachen gelernt und viele Leute kennengelernt. Das ist für mich immer so das Wichtigste. Deswegen ist fast ein bisschen schade, dass es nicht in Real stattgefunden hat. Dass ist wieder der Community-Gedanke. Ich treffe halt gerne Menschen und quatsche gerne mit denen. Aber so wie das jetzt hier funktioniert hat, habe ich zwei gute Tage gehabt.

Sehr gut, vielen Dank Dirk.

Danke dir.

Und vielen Dank allen Zuhörerinnen und Zuhörern, dass ihr zugehört hat. Hört auch gerne in die nächste Episode rein. Ich weiß noch nicht, welche es sein wird, aber sie wird mit Sicherheit eine sehr spannende sein. Mein Name ist Thomas Riedel. Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.

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