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Audiocamp-Organisator Stanley Vitte: „Digitale Events muss man ganz anders aufziehen“

Das Audiocamp 2020 des Journalismus Lab war ein komplett digital organisiertes Barcamp. Der verantwortliche Eventmanager Stanley Vitte berichtet im Podcast über neue Herausforderungen, kleinere technische Pannen, aber auch über viel positives Feedback und Erkenntnisse für künftige Veranstaltungen.

Portrait von Stanley Vitte.
Stanley Vitte, Referent beim Journalismus Lab, berichtet über die Organisation des Audiocamps.

Hallo und herzlich willkommen zum Audiocamp-Podcast. Mein Name ist Thomas Riedel und in diesem Podcast dokumentieren wir das Audio Camp 2020, das am 19. und 20. Juni diesen Jahres komplett digital stattfand. Und das machen wir mit Interviews der Sessiongebern, die uns kurz und knackig die wesentlichen Punkte ihrer Sessions vorstellen. Für mich war es das erste Barcamp, an dem ich komplett digital teilgenommen habe. Und auch wenn die echte Welt mit echtem Kaffee immer noch die beste ist, war ich überrascht, dass dann doch so etwas wie eine Barcamp-Stimmung aufkam. Was auf jeden Fall wie ein Barcamp war, war die Erschöpfung nach den zwei Tagen: Und das ging einigen Teilnehmern genauso, zumindest war es das, was ich aus den Gesprächen so raus gehört habe.

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JOURNALISMUS LAB · S01E01 – Intro und Gespräch über das Audiocamp 2020 mit Organisator Stanley Vitte

Das Audiocamp wendete sich sowohl an Radioschaffende und Podcastende, an Fachleute aus Redaktion, Produktion und Distribution. Etwa 100 Teilgeber hatten sich angemeldet. Teilgeber deswegen, weil wie beim Barcamp üblich alle auf Augenhöhe nicht nur Zuhörer, sondern auch Sessiongeber sein können. Und um herauszufinden, ob das auch wirklich geklappt hat, spreche ich jetzt mit dem Referenten für Kommunikation und Events beim Journalismus Lab der Landesanstalt für Medien NRW. Er ist außerdem Hochschulbeauftragter des DJV NRW und Vorstandsmitglied des Podcastvereins. Hallo und herzlich willkommen Stanley Vitte!

Hallo Thomas, grüß dich.

Wie ist dann die Bilanz aus eurer Sicht jetzt, vier Tage nach dem Camp? Hast du alle Eindrücke schon einigermaßen verarbeiten können?

Da ich als grundsätzlicher Organisator beim Barcamp immer von Raum zu Raum gesprungen bin und nach dem Rechten geschaut habe – wie das im Analogen auch gewesen wäre – habe ich inhaltlich leider immer nur kurze Snippets mitbekommen, aber insgesamt hatte ich einen sehr guten Eindruck von der Stimmung, die herrschte: das war sehr auf Augenhöhe, sehr per Du und sehr direkt. Das habe ich sehr positiv wahrgenommen und das wurde mir auch von den Teilnehmern so gespiegelt. Das Feedback, was wir hinterher eingesammelt haben, war unterm Strich sehr positiv. Mich hat gefreut, dass wir einerseits auch digital Barcamp-Atmosphäre schaffen konnten und anderseits viele Themen angesprochen haben: von klassischen Fragen – wie mache ich einen Podcast, welche Geräte brauche ich oder welche Plattform nutze ich da, welche Schnittstellen sind möglich – bis hin zu rechtlichen Aspekten wie Musiklizenzen und DSVGO, war eigentlich alles dabei, was das Thema Audio im Digitalen so umfasst. Das lag sicherlich auch daran, dass wir uns geöffnet haben, als Veranstalter das Programm nicht komplett vorzugeben, sondern es zu einem guten Teil den Teilnehmern überlassen haben.

Bevor wir auf die Orga des Audiocamps zu sprechen kommen, müssen wir erst einmal klären, was das Journalismus Lab eigentlich ist. Denn das Lab ist noch ziemlich neu und dürfte bei vielen noch gar nicht bekannt sein. Stan, was ist denn das Journalismus Lab?

Das Journalismus Lab ist ursprünglich entstanden als Stiftung, die sich für die Förderung des Lokaljournalismus in NRW eingesetzt hat, dann aber relativ schnell eine Abteilung der Landesanstalt für Medien geworden, die sich jetzt Journalismus Lab nennt und unter dem Label quasi gebrandet ist.

Und in dem Begriff Journalismus Lab steckt ja schon der Begriff Labor: wir sehen uns als Experimentierraum für alle, die die Zukunft des Journalismus erforschen wollen, Innovationen erzeugen wollen. Als Inkubator sehen wir uns nicht nur als jemanden, der den Raum bietet, sondern auch jemanden, der Förderung dazu bietet, sei es durch Fördergelder im Rahmen einer Produkt-/ Projektförderung oder im Rahmen eines Startup-Programms, aber auch indem wir den Leuten die Techniken und Tools an die Hand geben, durch Coachings oder eben durch solche Veranstaltungen wie das Audiocamp, dass sie mit dem entsprechenden Wissen ausgestattet werden.

Und wie lang gibt’s das Journalismus Lab schon?

Die Stiftung hat 2015 angefangen und seit 2019 heißt es Journalismus Lab.

Also genau, vorher war es die „vor Ort NRW Stiftung“. Da gab es doch auch einige Veranstaltungen mit dem Fokus Lokaljournalismus, wenn ich mich recht erinnere.

Ja, das ging los mit den so genannten Regionaltagen, wo wir durch NRW getourt sind und uns mit den Menschen und den Medienschaffenden über den Medienstandort ausgetauscht haben. Das hat sich dann aber schnell weiterentwickelt Richtung Innovation: Was gibt es eigentlich an neuen Medien? Was machen die anders? Haben die auch ein anderes Geschäftsmodell? Wie sind die vom Team her aufgestellt? Und bis hin zu dem, was uns heute auszeichnet, dieses Startup-Mindset, die Produktentwicklungen, vom Nutzer aus gedacht.

Das war ein Prozess, der sich natürlich auch in unseren Veranstaltungen teilweise spiegelt. Teilweise haben wir ganz offene oder Startup-artige Veranstaltungen wie ein Idea Sprint oder ein Hackathon – Formate, die in der Startup-Welt schon länger bekannt sind. Aber auch Tagungen wie den Zahltag für Zahlungsbereitschaft für digitale journalistische Inhalte oder den Audio Summit mit eher klassische Format: eine Keynote, eine Diskussion, ein paar Häppchen und hinterher noch ein paar Workshops. Die klassische Konferenz-Struktur. Das brechen wir aber zunehmend auf und versuchen auch neue, offene Formate zu haben. So entstand auch die Idee. gerade für die doch recht bunte Audiobranche das Barcamp-Format umuusetzen. Die doppelte Herausforderung bestand nun darin, nicht nur das Format zu entwickeln, sondern das angesichts der aktuellen Lage auch digital umzusetzen.

Du hast es gerade eben schon angesprochen, ihr seid auch Förderer. Das heißt, man kann bei euch Fördermöglichkeiten in Anspruch nehmen. Im Anschluss an unser Gespräch werde ich ein Gespräch mit Anna Funke und Patrick Krenz führen zum Thema Förderprogramme. Da kann ich euch, liebe Hörerinnen und Hörer, nur empfehlen, da mal reinzuhören. Cool, lass uns mal über die Organisation des Audiocamps sprechen: Wann hattet ihr denn die Idee? Landesanstalt und Barcamps sind es nicht so originär irgendwie zugehörige Dinge, die man da in einen Topf stecken würde. Mit welchen Schwierigkeiten hattest du denn da zu kämpfen?

Zunächst war es die Herangehensweise, dass wir als Organisation keine Speaker*innen buchen und damit das Programm komplett in der Hand haben, sondern da auch ein gewisses Maß an Autorität und Verantwortung abgeben und auf Teilhabe hoffen. Das haben wir ein bisschen dadurch abgefedert, dass ich die Themeneinreichung schon vor dem Barcamp zugelassen habe, um ein Gefühl dafür zu bekommen, ob es funktioniert. Außerdem konnte ich auf diese Weise schon vorab Programm-Features teilen, um denjenigen, die vielleicht noch gar nicht wissen, was ein Barcamp ausmacht, einen Eindruck zu geben, was man erwarten kann. Das hat ganz gut funktioniert. Die Herausforderung war sicherlich aber auch die Organisation im Hintergrund, wenn es darum ging, wie strukturieren wir das und wie wird es ablaufen, wenn wir das Ganze digital veranstalten. Mit welchen Tools machen wir das und wer muss wann welche Knöpfe drücken? Ich sage mal: die Regie fürs digitale Event, das war eine neue Herausforderung.

Wann habt ihr denn angefangen das Camp zu organisieren? War da schon Corona in Aussicht? Das Tolle beim Barcamp ist ja normalerweise: man ist vor Ort und da gibt’s viele Räume und man trifft viele Leute. Das ist eigentlich eine sehr körperliche Geschichte, weil man auch viel rumrennt und viele Räume wechselt und so. Wann kam denn Corona bei euch ins Spiel?

Mit der Planung angefangen haben wir ungefähr zum Jahreswechsel, also etwa ein halbes Jahr vor dem Veranstaltungstermin. Die Kommunikation begann im Januar, um die erwähnte Themeneinreichung möglichst früh anzustoßen. Die Location war bereits gebucht und dann Corona und es wurde klar: das wird nichts mit dem Impact Hub Ruhr in Essen, was glaube ich auch eine schöne Location dafür gewesen wäre. Und ab diesem Moment ging die Überlegung los, ob wir das komplette Barcamp auch digital abbilden können. Anfangs dachten und planten wir noch zweigleisig, aber im Sinne der Planungssicherheit entschieden wir uns bald für die rein digitale Variante.

Und wie viele Leute habt ihr letztendlich gebraucht, um das ganze Event zu stemmen?

Im Endeffekt waren wir meines Wissens acht. Da gehörten zum einen meine Kollegen aus dem Journalismus Lab dazu, zum anderen eine Kollegin aus dem Eventmanagement der Landesanstalt für Medien. Da ging es vor allem darum, sich darauf vorzubereiten, die verschiedenen Zoom-Räume zu moderieren, die einzurichten. Welches Setting ist das richtige, was muss an-, was muss ausgeschaltet sein und was könnte passieren wenn. Um das alles durchzuspielen haben wir auch eine Generalprobe mit eigenen Mitarbeitern gemacht. Für die Moderation der sechs verschiedenen Räume über die zwei Tage waren fünf Personen aktiv – ausgerechnet die älteste Kollegin war derart „on fire“, dass sie beide Tage durchgezogen hat.

Die Älteren haben die meiste Kondition.

Kondition und Erfahrung im Eventbereich, defintiv. Und dann hatte ich noch unseren IT-Mann im Hintergrund, der mich unterstützt hat bei der gesamten Einrichtung der Infrastruktur und der auch mein „rotes Telefon“ war für den Fall, dass das Internet zusammenbricht oder plötzlich alle kein Video mehr haben. Zur Konzeption des Events hatte ich einen guten Digital-Berater konsultiert, während es Events war ich nur noch im Hintergrund aktiv. Als Moderator und Organisator. That‘s it. Also ein relativ schlankes Team für die Kernorganisation. Natürlich haben wir bei der Landesanstalt für Medien auch noch unsere Abteilung für Kommunikation, die zum Beispiel bei der Einladung den Presseverteiler bedient hat. Aber im Kern waren wir nur das schlanke Team des Journalismus Lab. Es fühlt sich auch immer ein bisschen so an, als wären wir selbst ein kleines Startup-Team.

Was ihr natürlich nicht sein, weil ihr kein agiles Umfeld habt und auch kein Business-Modell, wo irgendwie alles sehr volatil ist. Ihr seid ja save, was das angeht.

Ich meine auch eher von der Arbeits- und Vorgehensweise. Für eine Medienanstalt sind wir in NRW glaube ich relativ agil und schnell in dem, was wir tun und wie wir es tun.

Jetzt war das nicht euer erstes Event, das ihr digital organisiert habt. Ihr habt ein bisschen üben können: Der Idea Sprint zum Beispiel fand ebenfalls digital statt. Da konntet ihr die ersten Erfahrungen sammeln, was relativ gut funktioniert hat. Was waren denn da so Learnings, die ihr dann mit ins Barcamp nehmen konntet?

Ich glaube zum einen die positive Erfahrung, dass es überhaupt funktioniert, dass man es digital veranstalten kann. Und zum anderen die Rückmeldungen, wie wichtig es zum Beispiel ist, auch im digitalen Pausen einzubauen, das Zwischenmenschliche nicht zu vergessen, also nicht nur, sich aufs Fachliche zu konzentrieren. Dazu gehört auch, Mittel und Methoden der Auflockerung zu nutzen, selbst wenn es nur ein kleines, lustiges Spielchen ist. Das fühlt sich anfangs vielleicht ein bisschen albern an, aber es macht unglaublich viel mit den Menschen, um mit Freude bei der Sache zu bleiben.

Das kann ich auch aus meiner Sicht und Erfahrung als Medientrainer bestätigen: diese kleinen Mittel – also zwischendurch den Leuten etwas zu erklären und sie zu Klicks, Statements oder anderen Reaktionen aufzurufen – diese kleinen Mittel tragen vor allem dazu bei, dass die Leute nicht mehr passiv vor dem Bildschirm sitzen (können), weil sie in dem Moment zur Interaktion aufgerufen werden. Sie sind gefragt, selbst etwas zu tun, sich aktiv einzubringen.

Dafür hattest du ja auch an beiden Tagen zu Beginn einen eigenen Slot eingerichtet, um eine kleine Einführung in die Technik gegeben. Du hast auch recht viel Zeit dafür eingeräumt, dann aber tatsächlich auch gar nicht gebraucht. War wahrscheinlich aber trotzdem eine gute Idee, das so ein bisschen als Puffer zu haben. Also eine Stunde, letztendlich war es nach einer halben Stunde durch.

Ja, fürs Onboarding haben wir uns bewusst etwas mehr Zeit eingeplant. Denn man weiß nie, wie versiert die Teilnehmer schon sind oder ob es da Menschen gibt, die sich unsicher fühlen, das vielleicht aber im Plenum nicht so offen zugeben wollen. Damit niemand auf der Strecke bleibt, weil er an irgendeiner Stelle mit der Technik nicht klar kommt, haben wir hierfür lieber ein bisschen Luft gelassen – wohlwissend, dass ein Puffer auch nicht schaden kann, um nochmal einen Kaffee zu holen oder sich die Beine zu vertreten.

Super spannend fand ich die Funktion, mit der ihr die ganzen Leute für kurze Zeit in Kleingruppen aufgeteilt habt. Das war eine geile Überraschung und hat auch wesentlich dazu beigetragen, dass ich doch einige Leute kennengelernt habe, mit denen ich vorher sonst so nie ins Gespräch kam. Das fand ich ziemlich gut und hätte mir es fast sogar noch öfters gewünscht. 

Die Beobachtung kann ich teilen. Breakout-Sessions haben zwei wunderbare Effekte: A ist der Aufmerkamkeitsfaktor. Da muss ich plötzlich aufpassen, weil ich bin gefragt. B ist der Überraschungsfaktor, denn ein deratiges Speed-Dating würden wir bei Konferenzen aus eigenen Stücken nicht betreiben: Entweder ich treffe mich mit Leuten, spreche Leute an, die ich schon kenne oder Leute, die mich ganz konkret in dem Moment interessiere. Aber es ist ja nicht so, dass ich im Analogen willkürlich Menschen ansprechen würde: Hey, wer bist du denn? Das ist zumindest Typsache, das macht nicht jeder so. Und ich glaube, das hat auch zu diesem Gemeinschaftsgefühl geführt, dass die Leute gezwungen waren, willkürlich Menschen kennen zu lernen. Man wurde in Kontakt gebracht und im Laufe der zwei Tage kannte man dann die anderen, mit denen man sich ausgetauscht hat,

Ja, ganz interessant, dass man tatsächlich auch mit Leuten zusammengebracht wird, zu denen man sich vielleicht nicht stellen würde. Eigentlich ganz cool. Jetzt hast du vorhin schon gesagt, Sessions wurden vorab festgelegt. Das habt ihr auch gemacht, weil ihr noch nicht ganz sicher wart, ob das überhaupt thematisch hinhaut. Seid ihr denn schon so weit, dass ihr das so richtig Barcamp-mäßig nächste Mal machen würdet? Also so gar keine Themen festlegen, gar keine Sessions festlegen und das alles am Tag der Veranstaltung machen?

Dazu bin ich ehrlich gesagt noch unentschlossen, weil ich aus meiner eigenen Erfahrung als Barcamp-Teilnehmer diesen Prozess  immer sehr langwierig empfinde. Ich bin dann selbst auch manchmal zu Barcamps, die ich schon kenne, lieber erst später gekommen, wenn die Sessions schon stehen, auch wenn das ein bisschen blöd ist, wenn man diesen Gemeinschaftsmoment überspringt. Aber sowohl die Vorstellungsrunde ab 100 Teilnehmern ist müßig, eil man sich das nicht alles merken kann, als auch eine Riesenschlange von Leuten, die dann alle sich selber vorstellen, ihre Sessions vorstellen, dann wird noch darüber diskutiert, wer was wie verschieben kann…  Um diesen doch eher müßigen Prozess zu entschlacken, haben wir gesagt, ihr könnt auch vorher schon Themen einreichen.

Ein anderes Argument sind die Programm-Features, mit denen man punkten kann und neue Teilnehmer anziehen kann. Ich überlege das auch bei einer anderen Veranstaltung, die wir gerade für den Herbst planen, ob wir das nicht auch im Barcamp Stil machen wollen und dann ist halt die Frage, was wir schon vorab aufnehmen wollen. Ich fand diese Mischung ehrlich gesagt fair enough, dass wir gesagt haben, wir nehmen schon mal ein paar auf, lassen aber auch noch ein paar Slots offen für spontane Einreichungen.

Er kam ja dann auch genau.

Ich glaube, so viel mehr wäre spontan auch nicht mehr dazu gekommen.

Mein Gefühl war das auch. Die Leute waren relativ happy mit dem, was da war, und du hast es ja auch schon erwähnt, es war sehr, sehr vielfältig von den Themen: Es waren die Profi-Radiomacher da. einfachen Podcaster und Leute die noch gar keine Ahnung hatten. Das war eigentlich klasse. Jetzt mal Butter bei die Fische: Was hat denn gar nicht funktioniert?

Grundsätzlich bin ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Wir hatten zwar kleinere Pannen, etwa dass zwischendurch auch einer unserer Moderatoren nebenbei telefonieren wollte aber sein Mikrofon nicht ausgeschaltet war, oder das in einem Videoraum plötzlich ein Passwort erforderlich war. Aber das waren vorhersehbare kleine Pannen, auf die wir vorbereitet waren und mit denen wir umgehen konnten. Ich glaube, dieser ganze Prozess der Vorbereitung – also vieles, was letztlich für Teilnehmende gar nicht sichtbar war – hat lange gedauert, war es letztlich aber wert.

Würdest du denn sagen, dass Vorbereitung das ein und alles ist für so ein Barcamp?

Auf jeden Fall. Wie bei jeder Veranstaltung. Das wird mir aber auch jeder Künstler bestätigen, dass die Vorbereitung und die Probe für das, was passieren soll, und auch die Vorbereitung darauf, was passieren könnte, wichtig ist, damit man für den Ersntfall gewappnet ist und nach außen locker durchs Geschehen führen kann. Ich glaube, bisher wird noch unterschätzt, dass digitale Events im Zweifel sogar ein bisschen mehr Vorbereitung brauchen als die analogen, weil es da halt an mehreren technischen Stellen noch haken kann, also für alle Beteiligten noch mehr Unwägbarkeiten drin stecken. Ich habe den Eindruck, in manchen klassischen Unternehmen unterschätzen die Verantwortlichen den Aufwand, nach dem Motto: Macht ihr mal einen lustigen Videochat. Aber tatsächlich ist es ein Mehr an Vorbereitung.

Ich glaube, das ist ein großes Learning, was alle gerade haben, die ein digitales Event organisieren: Die Vorbereitungen sind teilweise intensiver, weil man auch noch nicht so viele Erfahrungen damit hat und auch noch nicht weiß, wie sich Tools dann verhalten, wenn viele Leute drin sind. Das alles vorher auch zu testen ist, glaube ich, echt schlau. Was sind denn weitere Events, die vom Journalismus Lab geplant sind, worauf man sich schon freuen kann?

Zum einen läuft gerade die Ausschreibung zu unserem Fellowship für Medien-Startups, das sich an interdisziplinäre Teams richtet, die ein Förderbudget fürs Prototyping wollen und qualifiziertes Coaching. Das läuft noch bis Mitte Juli, wenn ich mich richtig erinnere. Zum anderen natürlich die große Ausschreibung zum Thema Audio Innovation. Außerdem haben wir gerade den Audiopreis ausgeschrieben. Der heißt nicht mehr Hörfunkpreis NRW, sondern Audiopreis, weil wir jetzt die ganze Audiobranche ansprechen, also auch die Podcastenden in NRW. Da läuft die Ausschreibung noch bis Mitte September.

Das nächsten Event? Das eine, da denke ich gerade drüber nach, letztes Jahr hieß es Zahltag, also die Tagung zur Zahlungsbereitschaft, vielleicht nennen wir es dieses Jahr Cashcamp. Das könnte im September passieren. Wir wollen auch wieder einen Journalismus-Hackathon veranstalten, der sich an interdisziplinäre Teams richtet, die Prototypen bauen wollen und im spielerischen Wettbewerb miteinander agieren. Ich gebe zu, ich habe ad hoc nicht immer alles auf dem Schirm, weil wir beim Journalismus Lab mit wachsendem Team auch immer mehr Programme anstoßen werden.

Wenn jetzt noch Fragen zum Camp, zum Journalismus Lab oder zu deiner Person bestehen, wie kann man dich am besten erreichen?

Googelt einfach „Stanley Vitte Journalismus Lab“ oder Team Journalismus Lab und dann meldet Euch telefonisch, per Mail oder über eine der diversen Plattformen.

Perfekt, vielen Dank Stan! Dann bleibt mir zum Schluss der ersten Episode des Audiocamp-Podcasts nur, Euch, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, vielen Dank fürs Zuhören zu sagen und viel Spaß mit den weiteren Folgen.

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